Es ist toll, wie Künstliche Intelligenz (KI) uns so schrecklich tröge Arbeit abnimmt oder Diagnosen im medizinischen Bereich schnell und präzise erstellen kann. Auch in der Kunst schaffen KI-Werkzeuge wie DALL·E und MidJourney Bilder, die auf den ersten Blick wie von menschlicher Hand gemacht wirken, naja fast – wenn ich da an Fotos denke, mit sechs Fingern an der Hand, die insgesamt und so oft schrecklich oberflächlich wirken. Was stimmt da nicht?
Fehlende emotionale Tiefe und Intuition
Kunst ist nicht nur eine technische Fertigkeit, sondern ein Ausdruck von Emotionen, Ideen und einer einzigartigen menschlichen Perspektive, denn jeder Strich ist individuell, der aus der eigenen Hand kommt. Künstler erschaffen Bilder aus einer persönlichen Erfahrung oder als Reaktion auf die Umwelt um sich herum. Dabei fließen Gefühle, Intuition und ein Bewusstsein für gesellschaftliche oder kulturelle Kontexte ein, manchmal auch ein Zufall oder die Spontanität. Das fehlt der KI total, meiner Meinung. Sie erkennt Muster greift auf bestehende Daten zu, hat aber keine eigenen Erfahrungen oder Gefühle, die sie in ihr Werk einfließen lässt. Mit dem Wissen der KI (Daten) wirken die Bilder vielleicht ästhetisch interessant, aber die Geschichte hinter dem Sichtbaren existiert nicht, da sie auf „geklauten“ Daten basiert.
Die Originalität geht immer mehr verloren
Einer der größten Kritikpunkte an KI-generierter Kunst ist für mich die Frage der Kreativität und Originalität. KI-Systeme arbeiten mit bestehenden Daten und Mustern, die sie aus der Analyse von Millionen von Bildern oder Texten lernen und kopiert! Das Ergebnis ist eine Kunst von der Kunst, die nicht aus einer originären Idee oder Vision entsteht, sondern aus einer Synthese bereits bestehender Bilder. Die Frage bleibt, welche Daten findet die KI eigentlich im System? Viele gesellschaftliche Aspekte bleiben ausgeschlossen, weil sie nicht der Norm entsprechen, Nischen werden unsichtbar und vielleicht auch nicht mehr erreichbar.
Für mich bedeutet Kreativität neue Perspektiven und Konzepte zu erschaffen, die vorher noch nicht da waren. Es geht darum, Grenzen zu überschreiten und Normen zu hinterfragen. Eine KI ist jedoch darauf angewiesen, Vorlagen und Daten zu nutzen, die von Menschen geschaffen wurden. Sie können zwar neu kombinieren und verschiedene Stile nachahmen, doch wahre Originalität, die durch die eigenen Erfahrungen und Visionen der Künstler geprägt sind, fallen weg.
Wo bleibt die Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Kontext?
Kunst ist immer auch ein Spiegel der Gesellschaft. Sie reflektiert soziale, politische und kulturelle Themen und kann einen Diskurs anstoßen. Ein gutes Bild regt Betrachter an, über das eigene Leben und die Welt nachzudenken, sie zu hinterfragen oder eine neue Perspektive einzunehmen. Künstler sind in der Lage, mit ihrer Arbeit komplexe Themen wie Ungerechtigkeit, Krieg oder Liebe auf eine Weise darzustellen, die nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch persönlich ist.
Mit fällt es schwer, Kommentare zur Gesellschaft von einer KI zu akzeptieren, da sie weder ein Bewusstsein für soziale Dynamiken hat noch die Fähigkeit besitzt, ethische oder politische Fragestellungen zu reflektieren.
Die KI entmenschlicht Bilder und Kunst
Die Verwendung von KI in der Kunst birgt die Gefahr, dass wir menschliche Aspekte der Erstellung von Kunst verlieren. Kunst ist ein Akt der Selbstverwirklichung und der Auseinandersetzung mit Gesellschaft und Kultur. Dieser Prozess ist für mich mit dem Menschen als Individuum verbunden. Die Kunst wird durch die KI zunehmend in eine Produktionsmaschine verwandelt, bei der es nur noch um Effizienz und technische Finesse und Performance geht, statt um die Bedeutung des Kreativen.
Rechtliche und ethische Fragen werden nicht berücksichtigt
Schon jetzt wird das Urheberrecht konsequent ausgeschaltet. Viele Bilder im Netz sind gar nicht gekennzeichnet wie sie entstanden sind. Wer besitzt die Rechte an einem Kunstwerk, das von einer KI erschaffen wurde? Ist es der Programmierer der KI, das Unternehmen, das die Technologie entwickelt hat, oder der Nutzer, der die KI verwendet hat?
Persönliches Fazit
KI-generierte Bilder und Kunst mögen in einigen Fällen faszinierend sein, aber sie werden für mich nie die gleiche Bedeutung und Wertigkeit haben wie Werke, die durch einen kreativen, emotionalen und intellektuellen Prozess eines Menschen entstehen.